40 Jahre Symptome – und plötzlich kam die Frage nach dem Warum
Manchmal kommt eine Erkenntnis nicht mit Pauken und Trompeten.
Sie ist einfach da.
So ging es mir vor einigen Tagen. Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf:
Ich habe 40 Jahre lang als Apothekerin Symptome behandelt und Menschen dabei unterstützt, mit ihren Beschwerden umzugehen. Und irgendwann begann ich, nach den Ursachen zu fragen – ohne überhaupt zu bemerken, dass sich damit mein ganzer Blick verändert hatte.
Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.
Es war nicht falsch – es war der Anfang
Vierzig Jahre Apothekerin.
Wenn ich diese Zahl heute schreibe, wird mir erst bewusst, was für eine lange Zeit das war. Medikamente, Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen, Beratung. Menschen kamen mit Schmerzen, Hautproblemen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Ängsten und vielen anderen Symptomen.
Und meine Aufgabe war klar: Was kann helfen? Was kann lindern? Was unterstützt den Körper?
Ich habe diese Arbeit gerne gemacht. Und ich würde heute niemals sagen, dass sie falsch oder unwichtig gewesen wäre. Ich bin dankbar, dass ich mein Wissen immer noch einbringen kann.
Aber irgendwann genügte mir eine Frage nicht mehr:
Was hilft gegen dieses Symptom?
Eine zweite Frage schob sich ganz leise daneben:
Warum ist dieses Symptom überhaupt da?
Ich kann gar nicht genau sagen, wann das begann.
Es gab keinen bestimmten Tag, an dem ich beschloss: Ab heute suche ich nach Ursachen.
Es war eher eine Bewegung. Eine Neugier. Vielleicht auch dieses Gefühl, das ich schon als Kind kannte: dass hinter dem Sichtbaren noch etwas anderes liegen könnte.
Was möchte mir der Körper erzählen?
Mit der Zeit begann ich, den Menschen anders zu betrachten.
Nicht nur seine Beschwerden.
Nicht nur das Organ.
Nicht nur das Symptom.
Sondern den ganzen Menschen.
Was hat er erlebt? Was trägt er mit sich herum? Wo lebt er vielleicht schon lange gegen sein eigenes Empfinden? Welche alten Verletzungen, Ängste oder Konflikte könnten eine Rolle spielen?
Und schließlich kam noch eine weitere Ebene hinzu: das energetische Feld.
Damit veränderte sich meine Arbeit grundlegend.
Heute sehe ich ein Symptom nicht nur als etwas, das möglichst schnell verschwinden soll. Ich frage mich auch:
Was könnte sich darin ausdrücken?
Dabei geht es mir nicht darum, Medikamente gegen energetische Arbeit auszuspielen. Nach vierzig Jahren in der Pharmazie wäre das für mich geradezu absurd.
Es geht um etwas anderes.
Um eine Verbindung der Wege.
Vielleicht brauchen wir nicht entweder – oder
Genau das erscheint mir heute immer wichtiger.
Wir sind so schnell dabei, Dinge voneinander zu trennen.
Körper oder Seele.
Schulmedizin oder alternative Wege.
Symptombehandlung oder Ursachenforschung.
Wissenschaft oder Wahrnehmung.
Aber warum eigentlich immer oder?
Warum nicht und?
Ein Schmerz darf gelindert werden – und gleichzeitig darf ich fragen, warum er entstanden ist.
Ein Körper darf medizinische Unterstützung bekommen – und gleichzeitig kann ich mich dafür interessieren, was dieser Mensch gerade in seinem Leben trägt.
Ein Symptom darf behandelt werden – ohne dass ich deshalb aufhören muss, tiefer zu schauen.
Vielleicht war deshalb auch meine lange Zeit als Apothekerin kein Gegensatz zu dem, was ich heute tue.
Vielleicht war sie die Grundlage dafür.
Mein Weg führte vom Sichtbaren zum Unsichtbaren
Wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich eine Linie, die ich damals überhaupt nicht sehen konnte.
Zuerst lernte ich sehr viel über den Körper, Medikamente und Wirkstoffe.
Später begann ich, Fragen zu stellen.
Dann kamen Radiästhesie, energetische Arbeit, Aura und all die Erfahrungen hinzu, die meinen Blick auf den Menschen immer weiter verändert haben.
Ich bin nicht von einem Weg auf einen völlig anderen gesprungen.
Mein Weg hat sich erweitert.
Vielleicht musste ich zuerst das Sichtbare so gut kennenlernen, bevor ich beginnen konnte, nach dem Unsichtbaren zu fragen.
Und vielleicht ist genau das heute meine Aufgabe: diese beiden Welten nicht gegeneinanderzustellen, sondern sie miteinander zu verbinden.
Denn hinter einem Symptom steht immer ein Mensch.
Und dieser Mensch besteht aus so viel mehr als aus dem, was wir von außen sehen können.
Manchmal beginnt Veränderung deshalb mit einer ganz einfachen Frage:
Was wäre, wenn ich nicht nur frage: „Was habe ich?“ – sondern auch: „Was möchte mir mein Körper damit zeigen?“
Vielleicht beginnt genau dort ein neuer Blick auf uns selbst.
Alles Liebe
Eure Petra

