Wenn das Leben den Plan vergisst
Heute Morgen fiel es mir wie ein Stein ein: Es ist Sonntag. Der Blog!
Früher hätte mich das in Panik versetzt. Ich hätte gedacht: Jetzt muss ich schnell etwas Besonderes schreiben. Etwas Kluges. Etwas, das allen gefällt.
Heute habe ich mich einen Moment zurückgelehnt.
Vielleicht ist genau das der Text.
In den vergangenen Wochen beschäftigt mich in unserem Kurs immer wieder ein Thema: die allumfassende Liebe.
Ein großes Wort. Fast zu groß.
Ich kann sie für meinen Hund spüren. Für meine Kinder. Für Menschen, die mir am Herzen liegen.
Aber für mich selbst?
Da wird es plötzlich still.
Ich merke, wie tief der alte Glaubenssatz noch in mir lebt: Liebe muss man sich verdienen.
Durch Leistung.
Durch Fürsorge.
Dadurch, dass zuerst alle anderen glücklich sind.
Vielleicht beginnt allumfassende Liebe aber ganz anders.
Nicht mit einem überwältigenden Gefühl.
Sondern mit einer kleinen Entscheidung.
Mir selbst zu erlauben, unperfekt zu sein.
Nicht immer alles rechtzeitig zu schaffen.
Nicht ständig funktionieren zu müssen.
Auch ein vergessener Sonntagsblog ist kein Versagen. Er erinnert mich daran, dass ich ein Mensch bin – und kein Uhrwerk.
Vielleicht besteht Spiritualität nicht darin, immer alles richtig zu machen.
Vielleicht bedeutet sie, sich selbst mit den gleichen liebevollen Augen anzusehen, mit denen wir unsere Kinder oder unseren Hund betrachten.
Ohne Bedingungen.
Ohne Leistung.
Einfach, weil wir da sind.
Ich glaube inzwischen, dass allumfassende Liebe genau dort beginnt.
Nicht irgendwo im Himmel.
Sondern in dem einen Satz, den wir uns selbst erlauben dürfen:
Ich muss mir Liebe nicht mehr verdienen. Sie ist längst da.
Ich wünsche euch einen Sonntag, an dem ihr euch selbst ein kleines Stück freundlicher begegnet.
Von Herz zu Herz,
Sha Elara / Petra

