Der Körper ruft nach Pause – und das ist keine Schwäche, sondern eine intelligente Jahreszeit-Antwort.
Der Winter verlangt uns selten so viel ab wie in jenen Wochen, in denen das Jahr zu Ende geht.
Während draußen Kälte, Dunkelheit und Stille dominieren, erleben viele Menschen innerlich das Gegenteil: Druck, Termine, Erwartungen, Erschöpfung.
Wir funktionieren durch – obwohl alles in uns ruft: Bitte halt an.
Wintermüdigkeit ist kein Mangel, sondern ein biologisches Programm
Diese Müdigkeit ist nicht Bequemlichkeit.
Sie ist ein klarer, physiologischer Auftrag:
„Rückzug ist jetzt kein Luxus. Rückzug ist Reparatur.“
Im Winter fährt der Organismus natürlicherweise herunter:
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Stoffwechsel
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Immunsystem
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Hormonsystem
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Nervensystem
Wir sind nicht dazu gemacht, im Dezember Hochleistung zu bringen.
Wenn der Körper stoppt, beginnt Heilung
Es ist kein Zufall, dass so viele Menschen im Winter krank werden oder förmlich „ausfallen“.
Krankheit ist oft kein Versagen, sondern ein Stoppsignal:
„Ich brauche Pause. Jetzt.“
In Ruhe regenerieren:
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Schlaf ist Reparatur
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Stille ist Regulation
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Rückzug ist Nachreifung
Heilung entsteht nicht, wenn wir funktionieren, sondern wenn wir loslassen.
Warum Überforderung im Winter so häufig ist
Winter ist nicht nur Jahreszeit, sondern:
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Integration
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Abschluss
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Innenschau
Emotional will das Jahr „zu Ende gefühlt“ werden.
Altes möchte abgelegt, nicht weitergetragen werden.
Rückzug ist keine Unzuverlässigkeit
Wir dürfen uns weigern, verfügbar zu sein, wenn unser System ruft:
„Zu viel.“
Winter sagt:
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weniger müssen
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weniger leisten
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weniger glänzen
und dafür:
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mehr schlafen
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mehr atmen
-
mehr Stille
Der Weckruf
Wenn wir weiter durchhalten, erschöpfen wir uns nicht – wir verlieren uns.
Das ist der Punkt, an dem Müdigkeit nicht mehr nur Müdigkeit ist,
sondern Identitätsverschleiß.
Wir sagen anderen:
„Alles gut, ich schaffe das schon“
und meinen:
„Ich habe keine Erlaubnis, STOPP zu sagen.“
Wir funktionieren,
weil es alle tun.
Weil wir gelernt haben:
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brav
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tapfer
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ruhig
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verfügbar
-
belastbar
zu sein.
Doch irgendwann kippt nicht der Körper,
sondern der Sinn.
Wir wachen morgens nicht mehr müde auf,
sondern leer.
Nicht, weil wir schwach sind,
sondern weil wir zu lange gegen uns gelebt haben.
Winter fragt uns nicht, ob wir Zeit haben.
Er stellt uns vor die Wahl:
Fühlst du dich –
oder funktionierst du dich?
Das ist nicht dramatisch gemeint.
Es ist ehrlich.
Denn wer permanent leistet, verliert irgendwann das Gefühl,
dass Leben etwas anderes ist als Aufträge erfüllen.
Winter rüttelt nicht,
Winter flüstert:
„Wofür bist du müde? Für dein Leben – oder für alle anderen?“
Wenn das Herz darauf keine klare Antwort hat,
ist nicht der Körper erschöpft,
sondern der Grund, warum wir morgens aufstehen.
Wir brauchen nicht mehr Disziplin.
Wir brauchen nicht mehr Plan.
Wir brauchen Rückkehr.
Nicht in Aktivität,
sondern in Bedeutung.
Winter ist kein Wetter.
Er ist eine Frage:
„Was in deinem Leben verbraucht dich – und was nährt dich wirklich?“
Was jetzt wirklich hilft
1. Früher schlafen
Nicht weil wir schwach sind, sondern weil das Nervensystem repariert.
2. Handyfreie Zeiten
Reizfilter entlasten, nicht stimulieren.
3. Weniger Termine
nicht sozialer Rückzug – Selbstschutz.
Wenn wir den Rückzug nicht bekämpfen…
…wird Müdigkeit nicht mehr zur Gegnerin, sondern zur Übersetzerin:
Sie zeigt, wo wir:
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uns übergangen haben
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zu lange stark waren
-
zu wenig gehört haben
Winter ist Schlussstrich, nicht Scheitern.
Schlusssatz
„Ich erlaube mir, weniger zu müssen.“
Und genau damit beginnt Heilung:
leise, unaufgeregt, unspektakulär.
Nicht erst im nächsten Jahr.
Sondern jetzt.
In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern/innen ein schönes Adventwochenende
Eure Sha Elara / Petra


Eine Antwort
❤️ lichen Dank liebe Petra für deine balsamischen Heilungsworte, die Körper und Seele gut tun. Auf einen guten Winterschlaf, der uns im Frühling frischfröhlich erwachen lässt!