Zwischen Dunkelheit und Licht – wenn die Osterfreude noch nicht da ist
Es gibt diese Tage im Jahr,
an denen alles still wird.
Der Karsamstag ist so ein Tag.
Kein Jubel.
Kein Aufbruch.
Keine sichtbare Hoffnung.
Nur ein Dazwischen.
Ein Raum,
in dem das Alte gegangen ist –
und das Neue noch nicht spürbar da ist.
In diesen Stunden
fühlen sich viele Menschen nicht leicht.
Nicht fröhlich.
Nicht „österlich“.
Sondern eher so, wie ich heute:
Still.
Ein wenig traurig.
Beschwert – ohne genau sagen zu können, warum.
Und weißt du was?
Das darf sein.
Karsamstag ist kein Tag der Freude.
Er ist ein Tag der Wahrheit.
Ein Tag, an dem wir spüren dürfen:
Was noch schwer ist.
Was noch nicht erlöst ist.
Was noch keinen Namen hat.
Vielleicht ist genau das der Punkt,
an dem wir uns selbst oft verlieren:
Wir glauben, wir müssten schon „im Licht“ sein,
während unsere Seele noch im Übergang steht.
Doch die Seele kennt ihren eigenen Rhythmus.
Sie drängt nicht.
Sie bewertet nicht.
Sie wartet.
Ich habe heute gespürt,
wie viel Altes noch leise in mir nachklingt.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Aber spürbar.
Wie eine alte Rechnung auf der Fensterbank,
die nicht mehr zu mir gehört –
aber noch einmal gesehen werden möchte.
Und vielleicht ist genau das
die stille Einladung dieses Tages:
Nicht schneller zu werden.
Nicht heller zu tun, als es sich anfühlt.
Sondern da zu sein.
Mit dem, was ist.
Denn das Wunder von Ostern
geschieht nicht im Lärm.
Es geschieht in der Tiefe.
Im Verborgenen.
Im Unsichtbaren.
Dort, wo etwas in uns
leise beginnt, sich zu wandeln.
Vielleicht ist heute kein Tag für Freude.
Aber vielleicht ist es ein Tag für etwas anderes:
Für Ehrlichkeit.
Für Sanftheit mit dir selbst.
Für ein stilles Vertrauen,
dass sich das Licht seinen Weg bahnt –
auch wenn du es noch nicht sehen kannst.
Und vielleicht reicht für heute dieser eine Satz:
„Ich muss noch nicht im Licht sein.
Ich darf noch im Dazwischen ruhen.“
Morgen kommt das Licht.
Aber heute
darfst du einfach sein.
✨ Manchmal ist genau dieser stille Tag der ehrlichste Schritt auf dem Weg ins Licht.
Eure Sha Elara / Petra

