🌟 Der dritte Advent – wenn das Licht nicht heller, sondern ehrlicher wird
Der dritte Advent ist oft der stillste.
Nicht, weil weniger geschieht – sondern weil die Seele beginnt, sich zurückzunehmen.
Während die Welt draußen lauter wird, Termine sich verdichten und Erwartungen steigen, spüren viele Menschen gerade jetzt etwas anderes: Müdigkeit. Rückzug. Eine leise Erschöpfung, die nicht einfach „wegzuatmen“ ist. Und mit ihr die Frage: Warum fühle ich mich ausgerechnet jetzt so wenig weihnachtlich?
Vielleicht, weil der dritte Advent kein Fest der Steigerung ist.
Sondern ein Raum der Wahrhaftigkeit.
Nach dem ersten Advent, der Hoffnung weckt, und dem zweiten, der uns mit Überforderung und alten Mustern konfrontiert, bringt der dritte Advent eine andere Qualität: Echtheit. Er lädt uns ein, nichts mehr zu beweisen – weder Freude noch Stärke noch Harmonie.
Das Licht dieses Advents will nicht strahlen.
Es will bleiben.
Viele Menschen erleben diese Tage als inneren Rückzug. Der Wunsch nach Ruhe ist größer als der nach Gesellschaft. Gespräche werden kürzer, Reizbarkeit wächst, Tränen liegen näher unter der Oberfläche. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Integration.
Die Seele hat in den letzten Wochen viel bewegt. Jetzt braucht sie Raum.
Der dritte Advent wirkt im Herzraum. Dort, wo wir spüren, was uns wirklich nährt – und was wir nur aus Pflicht oder Gewohnheit tun. Er stellt leise Fragen:
Was ist mir jetzt zu viel?
Wo bin ich nicht mehr ehrlich mit mir?
Was darf ich lassen, ohne mich zu rechtfertigen?
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem wir lernen dĂĽrfen, Grenzen als liebevollen Akt zu verstehen. Nicht als Abwehr, sondern als Selbstachtung. Nicht als RĂĽckzug aus dem Leben, sondern als RĂĽckkehr zu uns selbst.
Manche spüren in diesen Tagen eine leise Traurigkeit ohne klaren Anlass. Erinnerungen tauchen auf, alte Bilder, unausgesprochene Sehnsüchte. Auch das gehört zum dritten Advent. Er bringt nicht nur Ruhe, sondern auch das Bewusstsein für das, was im Laufe des Jahres zu kurz gekommen ist – für Nähe, für Zeit, für innere Wahrheit. Wenn diese Gefühle sich zeigen, wollen sie nicht „aufgelöst“ werden. Sie möchten gesehen werden. Wie eine Kerze, die flackert, aber nicht erlischt, dürfen auch wir wackelig sein und trotzdem da bleiben. Genau darin liegt eine stille Würde, die uns sanft auf das kommende Licht vorbereitet.
Weihnachtlich ist in diesen Tagen nicht das Perfekte.
Weihnachtlich ist das Wahre.
Ein Spaziergang im Dämmerlicht.
Eine Kerze ohne Musik.
Ein ehrliches „Heute nicht“.
Ein stilles Einverstanden-Sein mit dem, was gerade ist.
Der dritte Advent erinnert uns daran, dass Licht nicht immer hell sein muss, um kraftvoll zu wirken. Manchmal genügt es, wenn es nicht erlischt. Wenn wir uns selbst erlauben, leise zu sein – und trotzdem da.
🕯️ Ein kleines Herzritual zum dritten Advent
Nimm dir einen Moment der Stille.
ZĂĽnde eine Kerze an.
Lege eine Hand auf dein Herz, eine auf deinen Bauch.
Atme drei Mal ruhig ein und aus.
Dann sprich – laut oder in Gedanken:
Ich muss nichts beweisen.
Mein Licht darf leise sein.
Ich bin da – und das genügt.
Lass die Kerze noch einen Augenblick brennen.
Dann kehre zurück – sanft, gesammelt, bei dir.
Der dritte Advent ist kein Zwischenraum.
Er ist eine Schwelle.
Und wer sie achtsam betritt, kommt näher bei sich an.
Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen 3.Advent
Eure Sha Elara / Petra


Eine Antwort
Liebe Petra,
Danke für deine stärkenden Worte.
Sie geben mir sehr viel.
Liebe GrĂĽĂźe Elisabeth