„Aufrecht bleiben – ohne andere zu tragen“

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„Aufrecht bleiben – ohne andere zu tragen“
oder
„Warum Klarheit manchmal weh tut – und trotzdem heilt“

Es geht um:

  • Aufrichtung statt Rettung

  • Liebe ohne Last

  • Warum Menschen oft mehr Schmerz spüren, wenn wir klarer werden

  • Und warum das kein Rückschritt, sondern ein Wendepunkt ist


Aufrecht bleiben – ohne andere zu tragen

Warum Klarheit manchmal weh tut und trotzdem heilt

Es gibt Phasen im Leben,
in denen wir nicht mehr suchen, nicht mehr kämpfen
und auch nicht mehr erklären wollen.

Etwas in uns richtet sich auf.
Still. Klar. Unaufgeregt.

Und oft geschieht dann etwas, das irritiert:
Menschen, die uns nahestehen, wirken plötzlich schwerer, schiefer, verletzlicher.
Als würden sie unter etwas zusammenbrechen,
das vorher „noch ging“.

Viele feinfühlige Menschen kennen diesen Moment –
und erschrecken davor.


Wenn wir aufhören zu tragen

Wir haben es früh gelernt:
Rücksicht zu nehmen.
Auszugleichen.
Spannungen abzufedern.
Schmerz mitzuhalten – manchmal sogar vorauszuspüren.

Nicht aus Schwäche,
sondern aus Liebe.

Doch dieses Tragen geschieht oft unbemerkt.
Es wird zur Haltung.
Zum Lebensstil.
Und irgendwann auch zur körperlichen Last.

Wenn wir beginnen, klarer zu werden –
innerlich wie äußerlich –,
fällt dieses unsichtbare Tragen weg.

Nicht abrupt.
Nicht hart.
Sondern einfach, weil wir es nicht mehr tun.


Warum dann Schmerz sichtbarer wird

Wenn wir aufhören, andere innerlich zu stützen,
fällt nichts zusammen, was heil ist.

Was sichtbar wird, war schon da.

Der Schmerz wird nicht größer –
er wird ehrlicher.

Für den anderen fühlt sich das oft ungewohnt an:

  • mehr Druck im Körper

  • weniger Halt im Außen

  • alte Themen melden sich zurück

Nicht als Strafe.
Sondern als Einladung zur eigenen Aufrichtung.


Liebe ohne Rettung

Aufrecht zu bleiben bedeutet nicht,
sich abzuwenden oder kalt zu werden.

Es bedeutet:

  • Ich sehe dich.

  • Ich bin da.

  • Und ich lasse dich in deiner eigenen Kraft.

Diese Form von Liebe ist still.
Sie erklärt sich nicht.
Sie rechtfertigt sich nicht.

Sie wirkt, weil sie nichts übernimmt,
was nicht ihr gehört.


Der Körper als Wahrheitsfeld

Körper reagieren sehr fein auf innere Ordnungen.
Wenn jemand beginnt, sich zu beugen,
schiefer zu gehen, kleiner zu wirken,
spricht oft nicht der Verstand –
sondern ein inneres System, das sagt:

So wie bisher kann ich nicht weiter.

Das ist kein Scheitern.
Das ist ein Übergang.

Aufrichtung beginnt nicht mit Korrektur,
sondern mit Erlaubnis.


Die stille Schwelle

Vielleicht stehst du selbst gerade an so einer Schwelle.
Du spürst mehr Klarheit –
und zugleich mehr Verantwortung in deinem Umfeld.

Dann darfst du wissen:
Du bist nicht zu hart geworden.
Du bist ehrlicher geworden.

Und Ehrlichkeit fühlt sich manchmal unbequem an,
bevor sie heilt.


Eine Einladung

Wenn du dich darin wiedererkennst,
darfst du dir heute einen einfachen Satz erlauben:

„Ich bleibe bei mir.
Ich liebe – ohne zu tragen.“

Mehr braucht es nicht.

Aufrecht zu gehen ist kein Egoismus.
Es ist eine Form von Respekt –
dir selbst und dem anderen gegenüber.


In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen,
die genau an diesem Punkt stehen:
Sie spüren, dass sich etwas in ihnen aufrichtet –
und gleichzeitig wird das Umfeld unruhiger.

Oft fragen sie sich, ob sie falsch sind,
zu klar, zu ruhig, zu wenig anpassungsfähig.

Doch was sich zeigt, ist kein Rückzug aus der Liebe,
sondern ein Übergang in eine reifere Form von Verbundenheit.

In einem geschützten, ruhigen Raum darf sich diese neue Haltung zeigen –
ohne Druck, ohne Ziel, ohne etwas „richten“ zu müssen.
Manchmal genügt es, die innere Ordnung wieder spürbar werden zu lassen,
damit der Körper und das Leben nachziehen dürfen.

Heilung beginnt dort,
wo wir uns selbst nicht mehr verlassen.

Manchmal ist das Größte, was wir schenken können, unsere eigene Aufrichtigkeit.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schöne neue Woche !

Eure Sha Elara /  Petra

Eine Antwort

  1. es ist einfach faszinierend, diese Worte zu finden, so daß diese Gedanken auch von Aussenstehenden verstanden werden und mit ihrer eigenen Realität verglichen werden. So kommen viele Leser dann auch von selbst auf Zustände im eigenen Leben, die es zu reparieren gilt.
    lch lese immer gerne diese Zeilen, sie machen nachdenklich.

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