Die heilende Kraft des Mantrasingens – Eine Reise zur inneren Harmonie
Seit Tagen spürte ich ein unangenehmes Druckgefühl im Bereich meines Solarplexus. Zunächst vermutete ich eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Doch als mir eine medial begabte Kollegin erklärte, dass mein Solarplexus einem goldenen Trichter gleicht, aus dem meine Energie nur langsam herauströpfelt, wurde mir bewusst, dass hier eine tiefere Ursache vorlag. Sie harmonisierte mein Chakra, doch leider hielt die Wirkung nicht lange an. Ich bemerkte, dass mir einfach die Sonne im Leben fehlte.
Meditation schien eine mögliche Lösung zu sein, doch meine Versuche blieben erfolglos. Ich bin darin nicht besonders geübt, und so wollte sich keine spürbare Veränderung einstellen. Doch dann stieß ich in einer meiner Apps auf Mantras. Schon immer fühlte ich mich vom Ganesha-Mantra angezogen, doch in meiner momentanen Lage half es mir nicht. Also suchte ich weiter und entdeckte das klassische Hare Krishna-Mantra.
Sofort tauchten Bilder aus meiner Erinnerung auf: Männer in orangefarbenen Gewändern, singend und trommelnd durch die Straßen ziehend. In den 70er- und 80er-Jahren waren sie ein fester Bestandteil des Stadtbildes, wurden oft belächelt oder ignoriert. Auch ich konnte damals keinen Bezug zu dieser Bewegung herstellen. Für mich waren es „Spinner“ oder „Haschbrüder“. Mit der Zeit verschwanden sie aus dem öffentlichen Bewusstsein, und nur gelegentlich hörte ich von Menschen, die sich nach Indien zu einem Guru aufmachten.
Doch mein eigener Weg führte mich schließlich nach Nordindien. Mein Mann und ich erhielten die Möglichkeit, das berühmte Goldene Dreieck zu bereisen: Delhi – Jaipur – Agra und Jaisalmer, die goldene Stadt an der pakistanischen Grenze.Eigentlich war diese Reise schon Jahre zuvor geplant, doch eine Pockenepidemie machte uns damals einen Strich durch die Rechnung. Erst jetzt war die Zeit reif – und statt einer rein naturwissenschaftlich geprägten Reisegruppe waren wir eine bunt gemischte Gruppe mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Diese Reise veränderte mich. Die unzähligen Tempel mit ihrer magischen Atmosphäre, die heiligen Zeremonien und der gleichmäßige Klang der Gebete und Trommeln fesselten mich. Ich merkte, wie mich dieser Gesang in einen meditativen Zustand versetzte.
Zurück in Österreich begann ich, mich intensiv mit der indischen Religion zu beschäftigen. Immer häufiger hatte ich das Bedürfnis, Mantras zu lauschen und mitzusingen. Zunächst bevorzugte ich das Ganesha-Mantra, doch es passte nicht immer zu meiner jeweiligen Verfassung. Für meine momentanen Bedürfnisse war das Hare Krishna-Mantra die richtige Wahl.
Dies war nicht unsere letzte Reise nach Indien. Indien ist unser Land geworden. Wir bereisten den Süden mit den großen Ashrams, die Mitte mit dem gößten Kristall Indiens : Matrimandir und den hohen Norden Darjeelings.
Eines möchte ich gerne noch sehen: die goldenen Tempel von Amritsar
Das Maha Mantra—Hare Krishna Mantra
Es wird angenommen, dass dieses Mantra das Bewusstsein Krishnas in jedem, der es chantet, wiederbelebt. Besonders in unserem heutigen Zeitalter, dem Kali-Yuga – dem Zeitalter des Streits und des Niedergangs –, soll es Freude und Harmonie schenken. Genau das habe ich erlebt: Der Druck in meinem Solarplexus verschwand und machte einem warmen, goldenen Licht Platz.
Die spirituelle Wirkung von Mantras
Mantras sind weit mehr als gesprochene oder gesungene Silben – sie sind energetische Klänge, die auf einer tieferen Ebene wirken. Durch ihre ständige Wiederholung erzeugen sie eine Vibration, die den Geist beruhigt, Emotionen ausgleicht und spirituelle Klarheit fördert. Es heißt, dass die Schwingung eines Mantras bestimmte Energiezentren im Körper aktiviert und Blockaden löst. Zudem verbindet das Chanten eines Mantras den Singenden mit der universellen Energie – sei es durch Hingabe an eine höhere Macht oder einfach durch die meditative Konzentration auf Klang und Rhythmus. In vielen spirituellen Traditionen gilt das Mantrasingen als kraftvolles Werkzeug, um die eigene Frequenz zu erhöhen und sich in Einklang mit dem Göttlichen oder dem eigenen höheren Selbst zu bringen.
Heute verstehe ich die Anhänger der 70er-Jahre besser. Die damalige Zeit war geprägt von gesellschaftlichem Umbruch – die 68er-Bewegung, die Ölkrise, der Kalte Krieg. Ist die gegenwärtige Weltlage nicht ähnlich? Vielleicht brauchen wir auch heute wieder diese heilende Kraft der Mantras, um inmitten des Chaos Frieden und innere Balance zu finden.
Versucht es doch einfach einmal!
Eine schöne Zeit wünscht Euch
Eure Petra Reibenwein

